In vielen Haushalten sind Tiere heute ein fester Bestandteil und gehören mit zur Familie. Ob Hund, Katze, Meerschweinchen oder sogar Pferde – wir haben unsere Lieblinge gern und verbringen viel Zeit mit Ihnen. Warum sollte es dann nicht auch ein paar schöne Fotos von ihnen an der Wand oder im Familienalbum geben? Besonders unter Hobbyfotografen ist die Tierfotografie sehr beliebt und geht oft über die eigenen Haustiere hinaus. Nicht nur die Wiese oder der Wald vor der eigenen Türe bieten gute Möglichkeiten, auch Zoos sind großartige Anlaufstellen für die Tierfotografie. Mit wenigen Tricks lassen sich tolle Bilder zaubern – was man im Vorfeld wissen muss und worauf bei der Aufnahme zu achten ist, erfahren Sie hier.

Tierfotografie eines Pferdes_1

 

Die sieben wichtigsten Regeln bei der Tierfotografie

1. Auge fokussieren Das Auge eines Tieres kann viel über seinen derzeitigen Gemütszustand erzählen. Mal ein aggressiver Funken, mal ein ängstliches Zusammenkneifen – Bei der Tierfotografie muss das Auge immer gestochen scharf sein, denn hier schaut der Betrachter immer als erstes hin. Nutzen Sie daher die selektive Scharfstellung, um auf dem Auge zu fokussieren.

2. Unkonventionelle Blickwinkel In der Regel gibt es einen ganz bestimmten, traditionellen Blickwinkel, aus dem man ein Tier sieht. Bei Vögeln ist dies meistens von unten, wenn sie fliegen oder auf einem Baum sitzen. Hunde, Katzen und kleine Nagetiere schaut man dagegen eher von oben an. Pferde und große Zootiere wie Elefanten können einen Menschen leicht überragen und dementsprechend ist auch der Blickwinkel eher von unten. Wer die Aufnahmen seiner Tierfotografie interessant gestalten möchte, sollte mit diesen traditionellen Blickrichtungen brechen. Fotografieren Sie beispielsweise einen Hamster auf Augenhöhe oder einen Vogel von oben, wenn sich dies anbietet. Schon werden ihre Fotos abwechslungsreich und die Tierfotografien anregend.

3. Nichts abschneiden Ebenso wie bei Fotos von Menschen sollten in der Tierfotografie keine Gliedmaßen abgeschnitten werden. Das sieht mehr als komisch aus und führt zu einem inhomogenen Bild. Bei Portraitaufnahmen ist es legitim, den Kopf inklusive Brustpartie vom restlichen Körper abzutrennen. Ansonsten sollte die Tierfotografie aber das ganze Tier zeigen. Wichtig ist darüber hinaus, dem Blick des Tieres viel Raum zu geben. Das heißt: Schaut das Modell nach Links, sollte es rechts im Bild postiert werden und umgekehrt.

4. Kamera beherrschen Tiere können sehr unberechenbar sein – zum positiven oder negativen hin. Daher ist es wichtig, auf alle Situationen vorbereitet zu sein. Wer seine Kamera im Griff hat und alle Einstellungen ohne Nachzudenken vornehmen kann, hat in der Tierfotografie gute Chancen auf tolle Bilder. So kann auch ein verschmitzter Hundeblick eingefangen werden oder der plötzliche Sprung eines Pferdes.

5. Die passende Umgebung Tierfotografie ist manchmal an bestimmte Orte gebunden, wie beispielsweise im Zoo. In allen anderen Fällen sollte jedoch darauf geachtet werden, eine passende Umgebung für das Shooting zu finden. Der Hund im heimische Hundekorb sieht vermutlich nicht so schön aus wie auf einer grünen Blumenwiese. Auch wenn der Hintergrund bei der Tierfotografie oft unscharf ist, sollte man ihn nicht außer Acht lassen.

6. Geduld und eine große Speicherkarte Ein Tier lässt sich nicht immer so dirigieren, wie man es gerne hätte. Deshalb braucht man bei der Tierfotografie sehr viel Geduld und man muss auf den richtigen Moment warten. Außerdem kann das Modell von einem auf den anderen Moment eine gute Pose einnehmen oder sich ziemlich schnell bewegen. Um trotzdem gute Fotos zu bekommen, sollte man sehr viele Aufnahmen schießen, um hinterher die beste auswählen zu können. Bei der Tierfotografie ist also eine große Speicherkarte Pflicht.

7. Traditionelle Fotokonzeptionen beachten Wie bei anderen Fotografieformen auch, darf man bei der Tierfotografie traditionelle Konzeptionsregeln nicht außer Acht lassen. Dazu gehört nicht nur die Drittregel, sondern auch der goldene Schnitt. Wer dazu noch die diagonale Linienführung berücksichtigt, hat bei seiner Tierfotografie die wichtigsten Prinzipien beachtet.

Tierfotografie von Kaiserpinguinen im Schnee

© koume129 / fotolia.com

 

Tierfotografie: Action- oder Portraitfotografie?

Wer Tierfotografie betreibt, kann dies in zwei verschiedenen Arten tun. Zum einen als Portraitfotograf, der den Hund, das Pferd oder einen anderen Liebling in einem stillen Moment ablichtet und die Schönheit des Tieres unterstreichen will. Zum anderen gibt es Tierfotografie als Actionfotografie. Hierbei steht die Bewegung im Vordergrund – das Modell wird beim Sprung, Lauf, Flug oder Schwimmen gezeigt. Beide Arten haben ihre Vorteile und bedürfen ganz eigenen Anforderungen.

Eine Portraitaufnahme zeigt das Haustier in einem ruhigen Zustand. Oft steht es vor dem Fotografen oder liegt auf dem Boden. Da es bei dieser Tierfotografie normalerweise kaum eine Bewegung gibt, kann eine große Blende gewählt werden, bei der der Hintergrund unscharf wird. Auch die Belichtungszeit kann länger sein, da eine Verwacklung unwahrscheinlicher ist. Dies wirkt sich wiederum auf den ISO aus, der auf ein Minimum reduziert werden sollte, um ein Rauschen zu verhindern. Nehmen Sie sich Zeit für eine gelungene Konzeption und hetzen Sie das Tier nicht. Schließlich soll die Aufnahme harmonisch und ausgeglichen wirken.

Ganz anders ist es, wenn die Tierfotografie als Actionfotografie betrieben wird. Da diese Aufnahmen durch die Bewegung des Modells besticht, müssen die Kameraeinstellungen hierauf angepasst werden. Um ein scharfes Foto zu erhalten, sollten Belichtungszeiten über 1/250 Sek. gewählt werden. Dabei darf man ruhig den ISO erhöhen – am besten jedoch nur so hoch, dass es noch nicht anfängt zu rauschen. Bei dieser Form der Tierfotografie ist es zudem ratsam, etwas kleinere Blenden zu nehmen, damit das Tier zwischen der Fokussierung und der Auslösung nicht aus dem Schärfebereich hinaus läuft. Am besten bietet sich für die Bewegungsfotografie der kontinuierliche Autofokus (AF.C) an, da dieser den Schärfebereich permanent nachjustiert. Wichtig ist zudem, der Bewegung des Tieres viel Platz zu lassen. Läuft es nach rechts, sollte es im linken Bereich der Aufnahme postiert werden, so dass es in viel freien Raum hinein laufen kann.

Eine Tierfotografie einer Wildkatze in s/w

Tierfotografie kann je nach Tier auch gefährlich sein

 

Spezielle Ausrüstung für die Tierfotografie

Bevor man sich für seine Tierfotografie teures Equipment anschafft, sollte man sich fragen, was eigentlich fotografiert werden soll. Größere Haustiere lassen sich problemlos mit dem Kit-Objektiv ablichten, wohingegen Zoo- und Wildtiere ganz andere Brennweiten brauchen. Möchte man dagegen sehr kleine Exemplare, beispielsweise Marienkäfer, ablichten, kann über die Anschaffung eines Makroobjektivs nachgedacht werden. In jedem Fall muss beachtet werden, wie schreckhaft das zu Modell ist. Möchten Sie bei der Tierfotografie einen Hasen vor die Linse bekommen, wird der kaum warten, bis Sie auf einen Meter herangekommen sind. In diesen und ähnlichen Fällen hilft ein Teleobjektiv mit mindestens 200mm. Wenn Sie bereits eins in dieser Größenordnung haben, es aber nicht ausreicht, informieren Sie sich am besten über Konverter, die Ihre Brennweite verlängern.

Besonders in der Wildnis, ob es im tiefsten kanadischen Wald oder im Stadtpark ist, ist bei der Tierfotografie ein Fotozelt sinnvoll. Dieses bieten in der Regel Platz für einen Fotografen und schützen ihn mit Tarnfarben vor den Blicken der Tiere. Durch kleine Luken lassen sich die Objektive herausstrecken und man kann Fotos schießen, ohne dabei entdeckt zu werden.

Tierfotografie mit dem Liebling zu Hause

Die dankbarsten Modells sind immer die eigenen Haustiere. Tierfotografie mit dem eigenen Liebling hat den Vorteil, dass man dessen Reaktionen einschätzen kann und das Tier sich bereits lange Zeit an den Fotografen gewöhnt hat. Auch hört das Modell eher auf die Befehle seines Herrchens, so fällt für beide das Shooting leichter. Da man bei der Haustierfotografie oft sehr nah an seinem Liebling dran steht, hört dieser selbstverständlich das Klickgeräusch der Kamera. Gewöhnen Sie ihr Tier daran und lassen sie es auch an der Kamera schnuppern. So verliert es die Scheu und man kann ohne Irritationen des Modells die Fotos schießen. Haben Sie vielleicht mehrere Haustiere? Dann bietet sich auch eine paarweise Tierfotografie an. Zwei Welpen, die miteinander spielen oder ein Bild mit zusammengekuschelten Hund und Katze sind ganz besondere Hingucker.

Lassen Sie ihrem Tier zwischendurch genügend Zeit, sich auszuruhen. Wer die ganze Zeit nur gerufen wird und in die Kamera gucken soll, hat schnell keine Lust mehr, sich fotografieren zu lassen. Nehmen Sie sich Zeit und Sie werden sehen, Ihre Tierfotografie wird Erfolg haben.

Braungestreifte Katze im Portrait fotografiert

Hunde und Katzen eignen sich hervorragend für Tierfotografien

Atemberaubende Tierfotografie im Zoo

Im Zoo Tiere zu fotografieren ist etwas ganz anderes, als mit der heimischen Katze ein Fotoshooting zu machen. Hierbei bekommt der Fotograf ganz andere Motive vor die Kamera, muss aber auch verschiedene Herausforderungen meistern. Eine Fototour durch den städtischen Tierpark will gut vorbereitet sein – schließlich gibt man ungern zehn oder mehr Euro aus, nur um am nächsten Tag noch einmal wiederkommen zu müssen, weil etwas wichtiges vergessen wurde. Am besten informieren Sie sich im Vorfeld über den Bestand des Zoos und suchen sich eine Karte mit den Gehegen heraus.

Experten-Tipp
Verschiedene Zoos präsentieren auf Ihren Websites die Fütterungszeiten. Die sind für Tierfotografie eine wahre Freude und sollten auf jeden Fall besucht werden.

Die meisten Gehege sind umzäunt. Das braucht aber nicht weiter aufzuhalten, denn mit einem kleinen Trick verschwindet das Holz oder der Draht, der die Sicht beeinträchtigt. Wählen Sie eine möglichst große Brennweite und gehen Sie so nah wie möglich an den Zaun heran. Wenn dann auf das Tier dahinter scharf gestellt wird, verschwindet der Zaun aus dem Fokussierbereich und ist nicht mehr zu sehen. Damit beim warten mit dem großen und meist schweren Objektiv nicht der Arm abfällt, sollte immer ein Stativ mitgenommen werden. Andernfalls wird die Tierfotografie im Zoo zur Qual.

Tierfotografie eines Lamas im Zoo

Ungewöhnliche Tiere geben tolle Tierfotografien ab

Die Tiervielfalt vor der Haustüre fotografieren

Wer genug von der Tierfotografie mit dem Liebling zu Hause hat und nicht in den Zoo gehen möchte, findet vor seiner Haustür viele Möglichkeiten, trotzdem tolle Bilder zu schießen. Von kleinsten Insekten angefangen über Hasen, Igel, Mäuse und Vögel bis hin zu Füchsen und Rotwild bietet die ländliche Natur gute Chancen für großartige Tierfotografie. Wer ein Portrait von einem Rehkitz schießen möchte, sollte im Internet nach dem nächsten Wildgehege suchen. Alternativ gibt es in viele Wäldern Deutschlands verschiedenste Damm- und Rotwildarten, die es mit der Kamera zu erforschen gilt. Fragen Sie Ihren lokalen Förster, wo Sie am besten suchen sollten. Möglicherweise bietet er Ihnen sogar seinen Hochsitz an, von dem aus unbemerkt tolle Aufnahmen gemacht werden können.

Gerade bei der Tierfotografie im Gelände ist die richtige Ausrüstung besonders wichtig. Feste Schuhe gehören dabei genauso dazu wie eine wetterfeste Jacke, ein Fernglas und genügend Verpflegung. Überlegen Sie sich vorher, welche Tiere fotografiert werden sollen und stimmen Sie Ihre Kameraausrüstung darauf ab. Kleine Insekten auf der Wiese brauchen andere Objektive als ein in der Ferne vorbei schleichender Fuchs. Tierfotografie in der Natur bietet viele spannende Motive, jedoch auch einige Gefahren. Daher sollte man sich im Vorfeld über die anvisierten Motive informieren, um auf alle Überraschungen, beispielsweise eine tollwütige Wildsau, vorbereitet zu sein.

Ein Falter in der Makroaufnahme

Wer nah ran geht bekommt tolle Tierfotografien

Tierfotografie mit einfachen Hilfsmitteln

Wer bei seiner Tierfotografie Erfolg haben will, muss kreativ sein. Das trifft auch auf die Hilfsmittel zu, die bei einer guten Aufnahme unterstützen können. Wird ein Hund fotografiert, der gerade nicht so recht Lust hat, herüber zu blicken, bringt ein quietschender Ball seine Aufmerksamkeit zurück. Generell helfen Leckerli bei der Tierfotografie, die Modells bei Laune zu halten. Auch ist ein Unterstützer sinnvoll, welcher das Tier festhalten kann oder zu sich ruft, um eine bewegte Aufnahme zu bekommen. Einen Blitz sollte dagegen nicht zum Einsatz kommen. Der schadet dem Auge Ihres Lieblings und verschreckt es. Setzen Sie bei der Tierfotografie lieber auf Reflektoren, um dunkle Bereiche aufzuhellen. Diese leiten lediglich das vorhandene Licht und sind sehr viel angenehmer.