Im vorherigen Artikel haben wir bereits die Grundlagen für eine gute Veranstaltungsfotografie gelegt. Dabei ist nicht nur die optimale Vorbereitung wichtig, sondern auch der Einsatz des Blitzes will wohl überlegt sein. Mit diesen Grundlagen widmen wir uns nun einigen Spezialgebieten, die aus einer guten eine perfekte Veranstaltungsfotografie machen. Hast du den ersten Teil noch nicht gelesen? Dann empfehlen wir, dies erst einmal nachzuholen und dann mit diesem zweiten Teil zum Profi zu werden.

#6 Quer- oder Hochformat bei Veranstaltungsfotografie?

Wer Fotos auf einer Veranstaltung macht, sollte nicht nur das Datei-, sondern auch das Bildformat beachten. Hier sind zwei Varianten üblich: Quer- und Hochformat. Welches dabei die bessere Wahl ist, hängt immer vom Verwendungszweck ab. Meist weiß der Fotograf vorher schon, wofür die Bilder hinterher gebraucht werden. Sollen sie über Facebook und Twitter verbreitet werden? Möchte der Webmaster die Internetseite damit füllen? Oder sollen sie später einmal in einer Broschüre oder auf einem Flyer auftauchen? Kennt man die Antwort auf diese Frage, weiß man auch schnell, ob es Hoch- oder Querformat sein soll. Ist der Verwendungszweck aber beim Shooting noch nicht bekannt, sollte man Fotos in beiden Formaten schießen, um hinterher eine Auswahl zu haben. Es ist jedoch sinnvoll, den Fokus auf Querformaten zu legen. Diese bieten sich vor allem auf Websites und Social Media-Plattformen besser an, da hier in der Regel breite statt hohe Fotos gebraucht werden. Bei Flyern oder Broschüren können beide Formate von Nöten sein, doch ist man hier mit einem Querformat in der Regel auf der sichereren Seite.

#7 Der goldene Schnitt – nicht nur in der Kunst wichtig

Fotos mit einfachen Tricks aufwerten – da kann der goldene Schnitt helfen. Diese Art der Bildaufteilung kommt ursprünglich aus der Kunst, als es noch gar keine Fotografien gab. Der Trick hierbei ist es, die Hauptmotive nicht mittig zu positionieren, sondern etwas links oder rechts bzw. oberhalb und unterhalb der Mittellinie. Hierzu teilt man das Bild in neun gleichgroße Partitionen ein, indem zwei Quer- und zwei senkrechte Linien gezogen werden. Das oder die Hauptmotive sollten nun auf einer der vier Linien liegen, im Optimalfall sogar auf einem der vier Stellen, an denen sich jeweils zwei Linien kreuzen. Wird also ein Portrait aufgenommen, sollte das vordere Auge auf einem der Schnittpunkte liegen. So wird automatisch vermieden, dass eine langweilige Komposition entsteht. Wer beim fotografieren Schwierigkeiten hat, sich die Linien vor dem inneren Auge vorzustellen, kann diese bei vielen Kameras auch im Display einblenden lassen. So ist man immer auf der sicheren Seite, was den goldenen Schnitt angeht.

#8 Verschiedene Perspektiven ausprobieren

Bei einer großen Veranstaltung mit mehreren Hundert Gästen Fotos zu schießen ist nicht leicht – und es gehört auch eine ordentliche Portion Mut dazu, sich direkt vor die Bühne zu stellen und auf eine gute Pose des Redners zu warten. Doch gerade diese Flexibilität ist wichtig für tolle Aufnahmen, denn vom Sitzplatz mit einem Teleobjektiv zu schießen kann schließlich jeder. Wichtig ist es auch, verschiedene Perspektiven auszuprobieren. So sieht die Bühne von der linken oder rechten Seite ganz anders aus als von frontal. Vielleicht gibt es auch eine Empore, die sich für Aufnahmen von oben anbietet. Hier gilt es, mit den Perspektiven zu spielen, um zum einen das beste Licht und den besten Hintergrund herauszufinden, zum anderen aber um viele, abwechslungsreiche Bilder zu haben und hinterher das Beste aussuchen zu können.

#9 Fokuspunkte manuell einstellen

Vor allem Bühnenveranstaltungen kommen oft mit vielen Schärfeebenen hintereinander daher. Da hat man im Vordergrund den Kopf des Vordermanns, dahinter das eigentliche Motiv, auf das man es abgezielt hat und wiederum dahinter einen Vorhang oder anderen Hintergrund. Manchmal gibt es auch noch weitere Schärfeebenen dazwischen, die es der Kamera immer wieder schwer machen, auf das eigentliche Motiv scharf zu stellen. Um trotzdem das gewünschte Motiv knackig scharf abgebildet zu bekommen, sollte auf die „Multi-Fokuspunkte“ verzichtet werden. Viel besser funktioniert in solchen Situationen ein selektiver Fokuspunkt, der exakt das Motiv erfasst und alles andere drumherum nicht beachtet. Bei Veranstaltungsfotografie ist es also durchaus sinnvoll, den Fokuspunkt manuell einzustellen. Ob hierbei der mittlere oder einer der anderen Fokuspunkte gewählt wird, hängt immer von der Lage des Hauptmotivs innerhalb der Komposition ab.

#10 Bilder zu hart bearbeiten – ein NoGo

Nach einem Fotoshooting die geschossenen Bilder noch zu bearbeiten kann sehr sinnvoll sein. Meist lohnt es sich, die Aufnahmen noch etwas nachzuschärfen, zuzuschneiden und die Belichtung anzupassen. Doch viele Hobbyfotografen schießen bei der Bildbearbeitung über das Ziel hinaus und bearbeiten das Foto kaputt. Nicht selten wird dann der Kontrast so stark erhöht, dass das Bild zwar farbenfroh, aber völlig unecht aussieht. Oder aber es wird schwarz-weiß gemacht und einige wenige Bereiche farbig gelassen, sogenannte Color-Key-Aufnahmen. Bei der Veranstaltungsfotografie kommt es jedoch darauf an, schöne und gleichzeitig realistische Bilder des Abends zu produzieren. Übertriebene Farben oder sonstige künstliche Spielereien sind an dieser Stelle eher unangebracht. Daher sollten die Bilder nur dezent bearbeitet werden, der originale Bildlook sollte jedoch unbedingt bestehen bleiben.