Kaufberatung für Kamerataschen

Bevor man sich eine Kameratasche kauft, sollte man sich erst mal ein paar Gedanken rund um den Kauf machen. Was es dabei zu beachten gibt und was man allgemein noch rund um Kamerataschen wissen sollte, erkläre ich in diesem Artikel.

Grundwissen rund um Fototaschen

Wenn man einmal dem Begriff Kameratasche in der Google Bilder Suche eingibt, wird man von den angezeigten Bildern schier erschlagen. Es gibt wirklich eine ganze Menge von unterschiedlichen Modellen und Ausführungen. Um den Überblick ein bisschen zu vereinfachen, habe ich die 3 beliebtesten Kamerataschen-Arten herausgesucht und in den folgenden Zeilen einmal kurz beschrieben:

Kompakttaschen

Diese kleinen Taschen sind den meisten Leuten bekannt. In der Regel werden in den Soft- oder Hardcases kleine Fotoapparate wie Digital- oder Systemkameras verstaut. Sie schützen die Kameras zwar nicht übermäßig vor Erschütterungen, bewahren das Display und die Linse aber vor Kratzern und vermeiden zudem Abplatzer am Lack. Leider ist in Kompakttaschen tendenziell so gut wie überhaupt kein Platz für Zusatzequipment wie Blitze oder Objektive. Für eine zweite Speicherkarte oder einen kleinen Akku reicht das Platzangebot in der Regel aber aus.

Colt-Taschen

Sie sind der Renner schlecht hin unter Fotografen, die im Besitz einer DSLR-Kamera sind. Denn sie nehmen beim Transport nicht allzu viel Platz in Anspruch, lassen sich notfalls auch mal am Gürtel festschnallen und bieten genügend Platz für einen zweiten Akku oder ein paar Ersatzspeicherkarten. Allerdings ist auch bei diesen Kamerataschen nur in den seltensten Fällen Platz für zusätzliche Objektive. Wer dagegen Blitzgeräte oder ein Stativ mitnehmen möchte, sollte auf die nächste Tasche ausweichen, die genügend Raum für Zusatzequipment bietet.

Maxi- oder XL-Kamerataschen

Wer mit etwas mehr Fotoausrüstung gesegnet ist und diese sicher und schnell von A nach B bewegen möchte, sollte sich einmal die Maxi- oder auch XL-Kamerataschen genauer anschauen. In ihnen ist ausreichend Platz für allerlei Equipment vorhanden. Ein Notebook, ein bisschen Proviant oder ein kleines Stativ passen meist genauso problemlos hinein wie ein Blitz oder das geliebte Teleobjektiv. Daher ist diese Art von Verstauungsmöglichkeit die perfekte Wahl für Fotografen, die einiges an Ausrüstung transportieren müssen. Wer gelegentlich mit seiner DSLR filmt, wird den Platz in den Maxi-Taschen auch zu schätzen lernen. Eine Video-Leuchte oder ein Rig haben nämlich meist neben der Kamera samt Objektiven Platz.

Worauf man beim Kauf einer Kameratasche achten sollte

Wer sich in Zukunft eine Tasche für seine DSLR anschaffen möchte, sollte sich im Vorfeld den ein oder anderen Gedanken rund um den Kauf machen. Ansonsten läuft man nämlich nur allzu leicht Gefahr, einen überflüssigen Fehlkauf zu tätigen – das will ja keiner. Genau aus diesem Grund habe ich im Folgenden drei Aspekte näher beleuchtet, die sich aufgrund meiner Erfahrung als die wichtigsten Kaufkriterien herausgestellt haben :

1. Handling

In der Tat ist dieser Punkt schon fast ein Klassiker, sollte aber trotzdem nie vernachlässigt werden. Das Handling ist das A und O bei einer Fototasche, denn nur wenn sie gut sitzt und sich auch eine lange Zeit ohne Probleme tragen lässt, ist die Anschaffung wirklich sinnvoll. Wichtig ist zunächst, ob es eine Umhängetasche oder vielleicht doch ein Rucksack sein soll. Ersteres sieht meist besser aus und ist auch nicht so wuchtig, wohingegen ein Rucksack gesünder für den Rücken ist und viel mehr Stauraum bietet. Ebenso sollte man im Bereich Handling darauf achten, dass die künftige Kameratasche über einen gut gepolsterten Tragegriff bzw. Tragegurt verfügt, der auch bei längeren Touren nicht einschneidet. Von Nachteil ist es auch nicht, wenn sich das Trageband abmachen lässt. So kann es bei einem Defekt schnell und einfach ausgetauscht werden.

Wer seine Kamera optimal vor Staub schützen möchte, sollte darauf achten, dass ein ausziehbarer Staubschutzbeutel in der Tasche integriert worden ist. Dieser wird bei Bedarf einfach über die Fototasche gestülpt und Schmutz, Staub, Wasser oder Dreck können der im Inneren befindlichen Ausrüstung nichts mehr an haben. Sollte man z. B. vorhaben, die Kameratasche auch mal als normale Umhängetasche zu nutzen, stellt das überhaupt kein Problem dar, solange das Design stimmt und sich der Fotoeinteiler herausnehmen lässt. Dann hat man in der Tat eine ganz normale Tasche, wo niemand auf die Idee kommt, dass es sich in Wirklichkeit um eine Fototasche handelt.

2. Die optimale Größe finden

Gerade hier kann ich nur immer dazu raten, die Kameratasche lieber zu groß zu kaufen. Denn nichts ärgert einen mehr, als wenn man nach ein paar Monaten eine neue Fototasche erwerben muss. Und das nur, weil man jetzt noch ein zweites Objektiv oder einen externen Blitz einsetzen möchte. Außerdem bietet eine große Kameratasche auch genügend Platz für Proviant, ein Notebook und Co. Gerade dies wird man auf längeren Reisen zu schätzen lernen und wie ich aus eigener Erfahrung versichern kann, auch nicht mehr missen wollen.

3. Stimmiges Preis/Leistungsverhältnis

Insgesamt sollte natürlich auch das Preis-/Leistungsverhältnis bei der künftigen Fototasche stimmen. Man sollte hierbei aber immer stets zwischen Profieinsatz und Hobbygebrauch unterscheiden. Denn in der Regel gilt nun mal, dass nur die etwas teureren Modelle den harten Alltag eines professionellen Fotografen erfolgreich meistern werden. Billigere Tasche hingegen werden nur allzu oft Probleme machen oder gar viel zu schnell verschleißen. An dieser Stelle ein kleiner Lichtblick für Hobbyisten: Ihr könnt getrost zu den günstigeren Taschen greifen, denn auch hier gibt es bereits akzeptable Produkte zu anständigen Preisen. Schaut euch an, welche Taschen eure Freunde und Kollegen nutzen oder erkundigt euch im Netz bei Testberichten, was gut ist und wo man besser die Finger von lassen sollte.

 

Über den Autor:

Fabian WüstFabian Wüst ist selbständiger Eventfilmer und macht in seiner Freizeit nichts lieber als Beiträge für seine Ratgeber-Website www.kameratasche-abc.de zu verfassen. Dort beschäftigt er sich mit allerlei Behältnissen für Kameras wie Fotokoffer, Kamerarucksäcke und Fototaschen.