Bit.ly, Goo.gl und Tiny.cc im VergleichWer viel in sozialen Medien wie Facebook und Twitter unterwegs ist und dort Werbung für seine Website oder seine Fotos auf Fotoportalen macht, stellt sich immer wieder eine Frage: Wie viele Menschen sehen überhaupt meine Posts und klicken auf den darin enthaltenen Link? Diese Frage mag zunächst banal klingen, doch ist sie vor allem für Berufsfotografen enorm wichtig, da hinter jedem Beitrag nicht nur Zeit, sondern oft auch Geld steckt, wenn er beispielsweise beworben wird. Wer hier den Erfolg seiner Facebook-Posts und Twitter-Tweets nicht im Auge behält, investiert oft vergeblichen Aufwand.

Helfen können hier URL-Shortener. Diese kleinen Programme wurden ursprünglich entwickelt, um lange, unleserliche URLs auf ein erträgliches Maß zu kürzen. Dieser Aspekt spielt heute jedoch nur noch eine untergeordnete Rolle. Wofür sind Bit.ly, Goo.gl und Tiny.cc also noch gut?

Hier wird es jetzt interessant, denn URL-Shortener sind inzwischen zu mächtigen Analysetools gewachsen. Wer einen Link darüber kürzen lässt, kann hinterher nicht nur einsehen, wie viele Personen darauf geklickt haben, sondern oft auch wann und wo sie sich dabei befanden. So bekommt man mit wenig Aufwand wichtige Daten, die verraten wie effektiv ein Post oder Tweet ist.

Kritik an URL-Shortenern

Wer URL-Shortener wie Bit.ly, Goo.gl und Tiny.cc nutzen möchte, sollte sich aber auch die negativen Seiten kurz vor Augen führen. Hier sind vor allem folgende drei zu nennen:

1. Anonymisierung des Links: Wer seinen verkürzten Link postet, verhindert, dass sich Menschen die Internetadresse der Website einprägen können. Wo früher www.ratgeber-fotografie.de stand, steht dann nur noch www.bit.ly/1J3JjZV. Wer also nicht auf den Link klickt, wird nie die eigentliche URL sehen und sie kann sich weniger verbreiten.

2. Datenschutz: Viele Anbieter von URL-Shortenern speichern alle Daten, die sie aus dem Link ziehen können. Dabei wird also nicht nur die Ursprungsadresse festgehalten, sondern auch das Nutzerverhalten bezüglich des Links. Im Sinne des Datenschutzes ist dies durchaus kritisch.

3. Attraktivität des Links: Menschen sind von Grund auf skeptisch gegenüber Dingen, die sie nicht kennen oder erkennen. Ein gekürzter Link zeigt nicht, was den Nutzer erwartet und kann deshalb abschreckend wirken. Eine alternative sind individuelle Kurz-Links. Dabei kann man sich selbst einen Link aussuchen, auf den dann gekürzt wird, beispielsweise www.foto-rat.de/sdwa2. Diesen Service lassen sich die Anbieter aber bezahlen und auch nicht jeder bietet individuelle Kurz-Links an.

Der große Vergleich: Bit.ly, Goo.gl und Tiny.cc

URL-Shortener gibt es inzwischen wie Sand am Meer. Doch welcher ist besonders Anwenderfreundlich und wo sollte man besser die Finger von lassen? Unser Vergleich der drei beliebtesten URL-Shortener Bit.ly, Goo.gl und Tiny.cc zeigt, die Unterschiede zwischen den verschiedenen Anbietern.

Bit.ly

Der wohl bekannteste URL-Shortener ist bit.ly. Er verkürzt die Links auf insgesamt 21 Zeichen und funktioniert spielend leicht. Auf der Startseite www.bitly.com kann der Nutzer direkt die URL eingeben und auf „shorten“ klicken. Schon bekommt er den kurzen Link und kopiert ihn mit dem „copy“-Button direkt in die Zwischenablage. Interessant wird es vor allem bei einem Klick auf die Statistik. Hier wird nicht nur angezeigt, wann die URL zum allerersten Mal gekürzt wurde, sondern auch wie oft dies inzwischen mit bit.ly geschah. Eine Zeitleiste zeigt an, zu welcher Uhrzeit auf den generierten Link geklickt wurde und zeigt somit eine gute Übersicht über die Internetnutzung der eigenen Freunde und Fans. Wer sich bei diesem URL-Shortener anmeldet, kann unter anderem die statistischen Daten noch viel länger sehen als nicht-eingeloggte. Auch wer sich keinen kostenlosen Account erstellt, kann zumindest immer wieder auf seine verkürzten URLs zugreifen, da bit.ly sich die Besuche merkt. Inzwischen haben auch viele andere Programme den URL-Shortener über eine API eingebaut, beispielsweise Buffer oder andere Redaktionsdienste für Social Media.

Goo.gl

Auch die weltweit größte Suchmaschine Google bietet einen eigenen URL-Shortener an. Im Gegensatz zu bit.ly kann man hier davon ausgehen, dass dieser Dienst noch viele Jahre besteht und somit die Kurz-Links auch noch lange aktiv sein werden. Wer noch mehr statistische Daten und vor allem mehr über diejenigen herausfinden will, die auf den Link klicken, ist mit Goo.gl bestens bedient. Dieser Dienst verkürzt nicht nur die URL auf 18 Zeichen, sondern zeigt auf einer Weltkarte auch, woher die Zielgruppe stammt. Dazu gibt es Informationen zum Betriebssystem desjenigen, der auf den Link geklickt hat und auch der Browsertyp wird erfasst. Als besonderen Zusatz, über dessen Sinnhaftigkeit aber gestritten werden kann, gibt es einen QR-Code on top. Sehr viel nützlicher dagegen ist die Toolbar, mit der direkt im Browser URLs verkürzt werden können. Den URL-Shortener von Google erreicht man unter www.goo.gl.

Tiny.cc

Etwas anders als die beiden oben vorgestellten URL-Shortener funktioniert Tiny.cc. Hier lässt sich nicht nur eine vorgefertigte URL generieren, sondern auch eine individuelle, zumindest hinter dem Slash von tiny.cc/. Statistiken gibt es auch erst nach erfolgreicher Anmeldung, wobei diese mit einem extra Häkchen aktiviert werden müssen. Ob Tiny.cc bei nicht aktiviertem Haken trotzdem alle Daten sammelt wie seine Kollegen bit.ly und goo.gl ist jedoch nicht bekannt. Dafür bietet der Service die Möglichkeit, die generierte URL direkt über diverse Social-Media-Kanäle zu verbreiten. Auch ein QR-Code gibt es gratis dazu – alles unter www.tiny.cc.