Tilt-Shift-Fotos sind vor allem deshalb so beliebt, weil sie sehr einfach herzustellen sind und dabei einen großartigen Effekt erzeugen können. Bei dieser Art von Aufnahmen geht es darum, Aufnahmen von Straßen, Parks oder Gebäuden so darzustellen, dass sie als Minaturobjekte erscheinen. Ist das Tilt-Shift-Bild gut gemacht, sieht es hinterher tatsächlich so aus, als würden kleine Figuren aus dem Modellbauladen abfotografiert und nicht reale Menschen. Was man dazu braucht? Nicht viel: Eine Kamera und Adobe Lightroom.

So gelingen auch dir tolle Tilt-Shift-Aufnahmen

Das wichtigste zuerst: Das Foto muss von einem erhöhten Platz aufgenommen werden, damit hinterher in Lightroom der Effekt auch richtig zum Tragen kommt. Der erhöhte Standort sorgt dafür, dass es viele verschiedene mögliche Schärfeebenen gibt und diese vor allem sauber voneinander zu trennen sind. Würde man ein Foto schießen, bei dem die Objekte alle etwa auf Augenhöhe anzusiedeln sind, gäb es zwar auch verschiedene Schärfeebenen, doch würden sie sich gegenseitig immer wieder stören. Am besten sucht man sich also ein Hochhaus oder einen Berg als erhöhten Standort. Wer so etwas nicht in der Nähe bzw. keinen Zugang zu einem Hochhaus hat kann auch ein Parkhaus nehmen. Die sind meist frei zugänglich und das höchste Stockwerk bietet sich perfekt für eine Aufnahme aus der Vogelperspektive an. Was jetzt fotografiert wird bleibt jedem selbst überlassen. Gut funktionieren in der Regel Kreuzungen mit Autos und Personen auf der Straße. Aber auch ein Park, ein Fluss oder eine Altstadt mit ihren Fachwerkhäusern bieten sich für Tilt-Shift-Bilder an. Wichtig ist, dass die Aufnahme hinterher scharf ist. Werden also fahrende Autos, Züge oder Motorräder fotografiert, ist eine kurze Belichtungszeit Pflicht.

Experten-Tipp
Vermieden werden sollten Bilder, die einen unendlichen Horizont haben, also beispielsweise solche am Meer oder welche, die den Himmel mit zeigen. Dies mindert den Tilt-Shift-Effekt.

Schritt 1: Foto vorbereiten

Mit Tilt-Shift-Aufnahmen lassen sich Spielzeugbilder emittieren

Das Ausgangsbild für die Tilt-Shift-Bearbeitung: Der Flughafen in Düsseldorf

Wenn das Bild aus der Kamera kommt gibt es zunächst einige grundsätzliche Bearbeitungsschritte, die man vornehmen sollte. Zum einen wird der Tilt-Shift-Effekt stärker, wenn sowohl der Kontrast wie auch die Sättigung und Dynamik in Lightroom etwas erhöht wird. Dies fördert den Spielzeugeffekt, da Modellautos meist auch sehr farbenfroh sind. Zusätzlich dazu ist es an dieser Stelle sinnvoll, die Belichtung und den Ausschnitt anzupassen.

Schritt 2: Die Unschärfe zur Tilt-Shift-Aufnahme hinzufügen

Mit Tilt-Shift-Aufnahmen lassen sich Spielzeugbilder emittieren

Mit dem Korrekturpinsel wird alles bis auf die Spielzeugimitate unscharf gemacht

Der Spielzeugeffekt wird vor allem durch die gewollte Unschärfe in vielen Teilen des Bildes hervorgerufen. Dies lässt sich in Lightroom sehr gut mit dem Klarheits- und Schärfe-Regler einstellen. Man aktiviert zunächst den Korrekturpinsel und stellt den Schärfe- und Klarheits-Regler ganz nach links. Jetzt fährt man über das gesamte Bild, sodass alles unscharf wird. Dann wird die Löschen-Funktion genutzt, um genau die Teile, die nachher als Miniatur dargestellt werden sollen, wieder scharf zu bekommen.

Schritt 3: Feinabstimmungen für das perfekte Tilt-Shift-Bild

Mit Tilt-Shift-Aufnahmen lassen sich Spielzeugbilder emittieren

Das fertige Tilt-Shift-Bild sieht aus, als wären es Spielzeugflugzeuge und Spielzeugautos

In der Regel kann man jetzt den Tilt-Shift-Effekt schon ganz gut sehen. Um aber eine richtig tolle Aufnahme zu bekommen, sollte das Vorgehen aus Schritt 2 wiederholt werden. So erreicht man eine noch größere Unschärfe der Bereiche, die nicht als Miniatur dargestellt werden soll. Abschließend können noch Feineinstellungen beispielsweise mit dem Kontrast- oder Dynamik-Regler vorgenommen werden.

Experten-Tipp
Auch wenn es oft einen schönen Effekt hat, dem Bild eine Vignette beizufügen, sollte man bei Tilt-Shift-Bildern darauf verzichten. Dadurch werden vor allem die Ecken wieder etwas geschärft und der Effekt der Unschärfe gemildert.