Twitter als Fotograf nutzenWer sich als Fotograf mit Twitter beschäftigt und diese Plattform gewinnbringend nutzen möchte, muss sich einer Reihe von Herausforderungen stellen, die dieses Portal mit sich bringt. So verhindert nicht nur die 140-Zeichen-Grenze ausführliche Beschreibungen und Erklärungen, sondern auch die Geschwindigkeit, mit der Tweets gesendet werden und wieder verblassen, ist für Fotografen nicht einfach zu bewältigen. Mit einigen Tricks lässt sich aber auch Twitter erfolgreich nutzen.

Wofür sollten Fotografen Twitter nutzen?

Wie bei jedem anderen Social Media-Kanal auch gibt es bei Twitter bestimmte Inhalte, die gut funktionieren – andere dagegen sind meist kläglich zum Scheitern verurteilt. Wer also versucht, hier lange Erklärungen zu Fototechniken zu vermitteln, wird schnell versagen. Dagegen eignet sich Twitter besonders gut zur Verknüpfung mit anderen Fotografen und der Liveberichterstattung von Veranstaltungen. Ersteres ergibt sich bereits aus dem Charakter von Twitter – das Wichtigste ist hier das Folgen von anderen Accounts und das gefolgt werden. Wer andere Accounts abonniert und ab und zu einen Kommentar zu den dort veröffentlichten Beiträgen schreibt, wird schnell Kontakte knüpfen und mit anderen Fotografen ins Gespräch kommen. Dabei ist es sinnvoll, nicht gleich die größten Profile anzugehen. Die Accounts mit den meisten Followern bekommen auch entsprechend viele Anfragen und manche reagieren auch gar nicht auf entsprechende Interaktionen wie Likes oder Kommentare. Viel sinnvoller ist es, zunächst kleine Profile mit Hundert oder weniger Followern zu kontaktieren und sich so allmählich einen eigenen Follower-Kreis aufzubauen.

Empfehlenswerte Twitter-Profile
Benjamin Jaworskyj: @ben_jaworskyj
Calvin Hollywood: @CalvinHollywood
fokussiert.com: @fokussiert
kwerfeldein: @kwerfeldein
Stephan Wiesner: @EmbeddedTester

Wer als Fotograf Twitter vor allem für Veranstaltungen nutzt, ist auf jeden Fall auf der richtigen Seite. Die im Gegensatz zu Facebook stark verankerte Hashtag-Funktion ermöglicht es, mit einem Kennwort wie #photocina15 ins Gespräch mit anderen Besuchern von Messen, Workshops und Ähnlichem zu kommen. Ist man hier besonders früh und engagiert dabei, kann man sich sogar als Themenleader etablieren. In diesem Fall ist es wichtig, seinen Followern einen Mehrwert zu bieten, beispielsweise die neusten News über ein Produkt oder den exklusiven Eindruck von einer prämierten Veranstaltung. Nur wenn die eigenen Fans das Gefühl haben, dass sie auf diesem Account schneller, besser und umfangreicher informiert werden als woanders, werden sie langfristig die Treue halten.

Die ersten 1000 Follower auf Twitter gewinnen

1000 Follower – die Zahl hört sich für jeden Twitter-Neuling zunächst riesengroß und unerreichbar an. Das ist sie aber keinesfalls, vorausgesetzt, man geht es richtig an. Viele Twitterer versuchen, jede Menge anderer Accounts zu folgen in der Hoffnung, dass diese dann auch zurückfolgen. In manchen Fällen mag das auch funktionieren, doch gibt es inzwischen genug genervte User, die solchen Tauschaktionen kritisch bis ablehnend gegenüber stehen. Darum sollte man auch nur den für einen selbst wirklich interessanten Profilen folgen und nicht versuchen, seine digitalen Tentakel möglichst weit auszuwerfen und zu hoffen, dass sich viele Follower darin verfangen. Der beste Weg zu vielen langfristen Followern führt vor allem über gute Inhalte. Wer Interessantes tweetet kann schnell auch bei den großen und etablierten Accounts mitspielen – dabei ist es egal, ob die Tweets sich um Produktneuheiten, bislang unbekannte Fototricks oder spannende Gewinnspiele drehen. Solange die Follower einen Nutzen davon haben, dem Profil zu folgen, ist dies die beste Möglichkeit, sie an sich zu binden.

Neben guten Inhalten sind auch Interaktionen enorm wichtig. Andere Accounts werden erst auf einen Aufmerksam, wenn man sich zeigt – und wo funktioniert das besser als mit Interaktionen auf ihre Beiträge. Wer hier und da einen Kommentar hinterlässt, einen Beitrag retweetet oder favorisiert, steigt oft in der Gunst der jeweiligen Twitterer und gewinnt diese leichter als Follower. Auch kann es dabei helfen, dass die eigenen Beiträge öfters geteilt werden und so einer sehr viel größeren Anzahl von Nutzern zur Verfügung stehen.

Twitter professionell nutzen – mit Tweetdeck

Tweetdeck als Fotograf nutzen

Wer das erste mal das Netzwerk Twitter benutzt, wird von seiner Schnelligkeit überrascht sein. Schon bei 100 Accounts, denen man folgt, prasseln die Tweets im Minutentakt auf einen ein. Da fällt es schon mal schwer, den Überblick zu behalten. Hierbei können nützliche Programme wie beispielsweise Tweetdeck helfen. Dabei handelt es sich um eine Web-Applikation, die in übersichtlicher Weise alle wichtigen Informationen eines oder mehrerer Twitter-Accounts aufzeigt. In einer Spaltenansicht werden die Tweets, Nachrichten und Meldungen untereinander angezeigt – dabei aktualisiert sich das Programm selbstständig. Jetzt macht es sich bezahlt, wer mit der Listenfunktion von Twitter arbeitet. Jeweils eine Liste lässt sich pro Spalte abbilden und die Tweets somit übersichtlich Ordnen.

Mit Tweetdeck ist es ebenfalls möglich, Beiträge vorzuformulieren und sie an einem bestimmten Zeitpunkt auszuspielen. Auch lässt sich aus Tweetdeck heraus auf Tweets antworten, man kann sie favorisieren oder retweeten. Findet gerade ein Event statt, zu dem man alle Tweets angezeigt bekommen möchte, lässt sich auch mit wenigen Handgriffen eine eigene Spalte für ein Hashtag einrichten. Dann werden beispielsweise alle Tweets zu #photocina15 in einer Spalte angezeigt, ohne dass man in Twitter selber danach suchen muss. Wer regelmäßig mit Tweetdeck arbeiten möchte, sollte über die Anschaffung eines breiten Monitors nachdenken. So können mehr Spalten nebeneinander angezeigt werden.