Social Media für Fotografen ist eine wichtige Marketingmaßnahme

Viele Fotografen versuchen, über Social Media-Kanäle ihre Dienstleistungen zu vermarkten. Das ist aber meist gar nicht so einfach, wie man denkt. Für einen erfolgreichen Social Media-Account braucht es eine ausgefeilte Strategie und gute Inhalte. In unserer 4-teiligen Reihe zeigen wir, wie man eine professionelle Seite aufzieht und diese zum Erfolg bringt. In diesem ersten Teil legen wir zunächst die Grundlagen, dann folgen einzelne Beiträge zu den Plattformen Facebook, Twitter und Instagram.

Wer als Fotograf im Social Media erfolgreich sein will, braucht nicht nur einen Facebook-, Twitter- oder Instagram-Account und ein paar schöne Fotos. Um mehrere tausend Follower zu bekommen und sie auch zu behalten, braucht es vor allem eins: Mehrwert für die Fans. Wer regelmäßig seine geschossenen und bearbeiteten Aufnahmen postet, kann sich zwar in der Regel eine kleine Fangemeinde aufbauen – tatsächlich erfolgreich werden und mit Social Media Geld verdienen kann aber nur der Fotograf, der mehr als das bietet.

Strategie – das Wichtigste für Fotografen im Social Media

Um als Fotograf auf Facebook und Co. erfolgreich zu sein, ist eine ausgereifte Strategie das Wichtigste. Wer „nur mal eben so auf Facebook“ sein will, hat meist schon von vornherein verloren. Um auf den verschiedenen Social Media-Kanälen viele Fans zu generieren und möglichst auch Umsatz zu machen, braucht es Zeit und ein Konzept, das auf den Fotograf selber, seine Kapazitäten und vor allem die Zielgruppe zugeschnitten sein muss.

Schritt 1: Personas erstellen

Zuerst sollte man sich fragen, wer überhaupt mit den Beiträgen erreicht werden soll. Sind es andere Hobby- oder Profifotografen, mit denen man Austausch und Kooperationen sucht? Sind es Fotoanfänger, die sich für kostenlose oder kostenpflichtige Workshops gewinnen lassen? Oder will man eine ganz spezielle Kundengruppe für Fotodienstleistungen ansprechen, beispielsweise Hochzeitspaare als Weddingfotograf, Studenten für Bewerbungsfotos oder junge Eltern für Fotos von ihren Babys und Kindern. Meist hat man schon eine gewisse Vorstellung davon, wer diese Zielgruppe sein soll, doch die muss genau definiert sein, um strukturiert arbeiten zu können. Herbei helfen am besten sogenannte Personas. Dabei stellt man sich eine fiktive Person vor, die in die Zielgruppe passt und versucht, diese so genau wie möglich zu charakterisieren.

Wichtig dabei sind folgende Eigenschaften:

  1. Beruf
  2. Bildung
  3. Geschlecht
  4. Alter
  5. Hobbys
Hier eine fiktive Beispielpersona zur Anschauung:
Laura ist 24 Jahre alt und hat sich vor einem halben Jahr eine Spiegelreflexkamera gekauft. Als Studentin verfügt sie über vergleichsweise wenig Geld aber viel Zeit, die sie gerne mit ihren Freunden verbringt. Die Kamera ist da immer dabei – nur die Fotos sind noch nicht so gut wie sie es sich wünscht. Neben der Portraitfotografie findet Laura auch Architekturfotografie interessant und will gerne mehr darüber erfahren. Jetzt sucht sie auf Facebook nach spannenden Profilen, die ihr dabei helfen, bessere Fotos zu schießen. Dabei sucht sie nicht nur nach Inspiration in Form von anderen Fotos, sondern auch ganz konkret nach guten Tipps.

Von diesen Personas erstellt man am besten so viele, wie es Zielgruppen gibt. Wann immer jetzt ein Beitrag für das Facebook-, Twitter- oder Instagram-Profil vorbereitet wird, sollte diese Persona möglichst gut angesprochen werden. So verliert man sein Ziel und vor allem seine Zielgruppe nie aus den Augen und kann effektiv Marketing machen.

Schritt 2: Kapazitäten abschätzen

Auch wenn es sich banal anhört, aber oft werden die eigenen Kapazitäten, die für Social Media aufgebracht werden können, überschätzt – so kann ein Account nach wenigen Wochen eine Bruchlandung erleben. Dabei gehört zu den Kapazitäten nicht nur die Zeit, die einem für die Pflege des Profils zur Verfügung steht. Auch die eigenen Möglichkeiten und Fähigkeiten, gute Texte zu schreiben, Grafiken zu erstellen und Videos zu produzieren spielen eine große Rolle, denn nichts davon ist einfach und der zu betreibende Aufwand sollte nie unterschätzt werden. Zu guter Letzt spielt auch das verfügbare Budget eine Rolle. Zwar unterhalten vor allem Hobbyfotografen vor allem Profile, ohne dass sie dafür Werbung schalten. Doch wenn man möglichst viele Menschen erreichen will, um für seine Dienstleistungen zu werben, ist ein Werbebudget durchaus sinnvoll. Auch kann die Erstellung von Designvorlagen und ähnlichem an Profis ausgelagert werden – was natürlich ebenfalls Geld kostet.

Schritt 3: Ideen finden und Redaktionsplan erstellen

Nach der relativ trockenen (aber definitiv notwendigen!) theoretischen Arbeit geht es nun an die praktische Umsetzung des Social Media-Profils. Für die reibungslose Arbeit über Monate hinweg ist es sinnvoll, sich einen Redaktionsplan anzulegen. Darin wird jeder geplante Posts an dem entsprechenden Veröffentlichungsdatum vermerkt, dazu der vorgesehene Text, das Foto, Video und/oder Link. Dabei ist es jedem selbst überlassen, ob er den Redaktionsplan mit den bereits fertigen Posts bestückt oder lediglich das geplante Thema dort hinein schreibt. Der Plan hilft dem Fotografen, seine Social Media-Arbeit strukturiert und vor allem regelmäßig betreiben zu können. So behält man immer den Überblick, wann was an der Reihe ist und ob noch ein Post fehlt. Dabei ist zunächst nicht wichtig, wie viele Einträge der Redaktionsplan enthält. Die Hauptsache ist, dass die Beiträge regelmäßig kommen und die Follower sich darauf verlassen können. Ein solcher Plan ist vor allem dann enorm wichtig, wenn nicht nur einer, sondern mehrere Fotografen den Social Media-Account betreiben. In diesem Fall wird am besten in einer weiteren Spalte vermerkt, wann welcher Autor seinen Posts schreiben muss. So hat weiß jeder gleich Bescheid, wann sein Beitrag an der Reihe ist.

Doch was kommt in solch einen Redaktionsplan? Wer Social Media für Fotografen machen möchte, kann sich zunächst an seinen eigenen Interessen und Vorlieben orientieren. Wer einmal zurück denkt und sich überlegt, was er oder sie in der Anfangszeit der Fotografie alles wissen wollte, hat gleich eine Fülle von Fragen und Themen, die es zu behandeln gilt. Wichtig ist auch, dass hier nicht immer nur das gleiche Format gespielt wird, also nicht nur neue Fotos oder nicht nur Tipps – hier macht die Abwechslung den Unterschied und den Kanal erst so richtig interessant. Welche Formate hierbei am besten funktionieren kommt immer auf die Themen und die Zielgruppe an. Hier einige Beispiele:

-Veranstaltungstipps für Fotografen

-Zitate von berühmten Fotografen

-Tipps für bessere Fotos

-Interessante Links

-Do’s and Don’ts eines Fotografen

-Eigene Bilder mit Anleitung zum Nachmachen

-Videos von Fotoshootings

-Produktvorstellungen

Experten-Tipp
Am einfachsten lässt sich solch ein Redaktionsplan in Excel oder Open Office Calc umsetzen. Hier einfach eine Spalte für das Datum, eine für den Postinhalt und so viele weitere Spalten wie nötig anlegen – schon ist der Redaktionsplan für Fotografen fertig.

Schritt 4: Inhalte produzieren

Wer es bis hier hin geschafft hat, hat die besten Voraussetzungen, einen erfolgreichen Social Media-Kanal für Fotografen aufzusetzen. Doch hier beginnt erst die eigentliche Arbeit. Jetzt geht es daran, die passenden Inhalte zu erstellen, um das Facebook-, Twitter- oder Instagramprofil möglichst interessant zu machen. Der Inhalt des Social Media-Accounts hängt dabei sehr stark von der verwendeten Plattform ab. Auf Facebook funktionieren beispielsweise Videos aufgrund des EdgeRank sehr gut, bei Twitter sind es vor allem sinnvoll getaggte Bilder. Wichtig ist, dass der Kanal einheitlich bespielt wird, vor allem, was die Form und Farbwahl der Posts angeht. Wenn also beispielsweise Zitate gepostet werden, sollte man sich ein schönes Design überlegen, in dessen Rahmen sie veröffentlicht werden. Gleiches gilt für Tipps und Tricks, Do’s and Don’ts und ähnliches. Das Design sollte sich bei den Beiträgen immer ähneln, um eine Wiedererkennbarkeit zu erreichen. Meist hilft es, anfangs mehrere Designvorlagen zu erstellen (oder erstellen zu lassen) und dann den Text nur noch dort einzupflegen. So spart man sich eine menge Arbeit und hat immer gleich aussehende Beiträge, die von den Followern direkt zugeordnet werden können.

Bei den Inhalten ist es jedem selbst überlassen, wie viel Arbeit dort hineingesteckt wird. Videos zu produzieren ist beispielsweise sehr aufwendig, einfach einen Link zu posten dagegen sehr leicht. Trotzdem sollte man immer im Hinterkopf behalten, dass der Content eines Social Media-Accounts das einzige ist, was die Follower zu sehen bekommen. Demnach sollte hier nach einer durchdachten Planung mit Personas, Redaktionsplan etc. der Schwerpunkt liegen, um möglichst hochwertigen Content zu generieren.