Rezension von Robert Kneschkes Ratgeber "Die Arbeit mit Models"Wer Models fotografieren will, muss auf Dutzende von Dingen achten: die richtige Auswahl, das Verhalten beim Vorgespräch, Aufsetzen eines Modelvertrags und vieles weitere. Für Einsteiger in die Modelfotografie gibt Robert Kneschke in seinem Ratgeber „Die Arbeit mit Models“ eine tolle Hilfestellung zu diesem Thema und hilft so, viele typische Anfängerfehler gar nicht erst zu machen.

Jeder Anfang ist schwer – so auch bei der Modelfotografie. Viele Fotografen wissen nicht, wie sie den ersten Kontakt aufbauen sollen oder wo sie überhaupt geeignete Models finden. Oft wird da der engere Freundeskreis als erste Anlaufstelle genommen. Schwieriger wird es dann, wenn professionelle Models ins Spiel kommen. Wie viel zahle ich als Honorar? Darf ich das Model beim Shooting anfassen, um die Pose zu korrigieren? Und wie sieht eigentlich ein korrekter Modelvertrag aus? Diesen und vielen anderen Fragen widmet sich der Profifotograf Robert Kneschke. In seinem Buch „Die Arbeit mit Models“ behandelt er auf 170 Seiten viele Aspekte der Modelfotografie und Einsteigern einen Ratgeber an die Hand, mit dem sie sich vor und beim Shooting sicher fühlen können.

170 Seiten voller Tipps

Wer das erste Mal den Ratgeber von Robert Kneschke in der Hand hält, mag von seiner Dicke möglicherweise enttäuscht sein. 170 Seiten muten zunächst recht überschaubar an, doch hat es der Inhalt des Buches in sich. Dem Autor gelingt es, einen großen Bogen zu schlagen – von grundsätzlichen Bereichen wie der richtige Umgang mit dem Model bis hin zu Details in Sachen Accessoires oder Modelverträgen. Zu Beginn widmet sich Robert Kneschke zunächst der großen Frage, wie geeignete Models überhaupt gefunden werden. Hier schöpft der Fotograf aus seinem eigenen Erfahrungsschatz und lässt seine Leser an so manchen guten Ideen teilhaben, beispielsweise dem Aushang von Abreißzetteln vor Theatern oder der richtigen Ansprache auf der Straße. Durchaus nützlich ist auch die Auflistung und Bewertung zahlreicher Online-Plattformen, die der Vermittlung von Models dienen. Dann geht es weiter zur Auswahl der passenden Personen, der Kleidung und der richtigen Motive. Braucht man ein Vorgespräch und wie läuft das ab? Welche Kleidungsfarben passen zu welchem Modeltyp? Und worin besteht der Unterschied zwischen Portrait-, Fashion- und Lifestyle-Fotografie? Diese und viele weitere Fragen finden hier ihre Antworten.

Daten zum Buch
- Autor: Robert Kneschke
– Verlag: mitp
– Auflage: 1. Auflage (2014)
– Seitenanzahl: 172 Seiten
– ISBN-13: 978-3826691645
– Sprache: Deutsch

Dann geht es ans Eingemachte – dem eigentlichen Shooting. Auf mehr als 50 Seiten zeigt der Autor nicht nur Posing-Tipps, sondern erklärt auch, welche Objektive und Zubehör für ein Modelshooting sinnvoll sind. Darüber hinaus enthält das Kapitel Anregungen zum Einsatz von Requisiten und geht zudem auf die Auswahl der richtigen Location ein. Vor allem für unerfahrene Modelfotografen ist der Abschnitt „Organisation“ besonders empfehlenswert. Hier erklärt Robert Kneschke nicht nur, was bei der Terminvereinbarung zu beachten ist, sondern gibt auch Tipps, wie sich das Model beim ersten Kontakt gleich wohl fühlen kann – beispielsweise durch das Mitbringen eines Freundes und das professionelle Auftreten des Fotografen.

Die Stärken und Schwächen des Buches

Die Themenbreite, welche „Die Arbeit mit Models“ abdeckt, kann sich durchaus sehen lassen. So viele Informationen auf 170 Seiten unterzubringen ist nicht leicht – wurde vom Autor aber gut gemeistert. Leider ist die große Stärke des Buches, seine enorme Themenbreite, auch gleichzeitig eine Schwäche. Vielen Bereiche wie beispielsweise das Posing oder die Technik können nur sehr oberflächlich behandelt werden. Hier wäre eine intensivere Behandlung der jeweiligen Themen wünschenswert. Als Alternative dazu bietet Robert Kneschke am Ende des Buches eine Übersicht zu weiteren Werken an, die bestimmte Themenbereiche umfassend behandeln. Als große Stärke des Buches muss Kapitel 14 erwähnt werden: „Typische Fehler bei Modelfotos“. Mit anschaulichen Beispielbildern werden hier zahlreiche Fallstricke erläutert und gleichzeitig Tipps gegeben, wie sie verhindert werden können. So geht der Autor hier nicht nur auf die richtige Farbwahl bei Portraitfotos ein, sondern zeigt auch, wie verschiedene Körperhaltungen unterschiedliche Effekte bewirken.

Ebenfalls als große Stärke zu erwähnen ist der hilfreiche Anhang. Robert Kneschke bietet Fotografen dort die Möglichkeit, seinen Modelvertrag einzusehen und für eigene Projekte zu nutzen. Ebenfalls findet sich im Anhang nicht nur die bereits erwähnten Literaturempfehlungen, sondern auch eine Liste mit Internetadressen von Modelagenturen.

Der Autor

Robert Kneschke ist bereits seit 2007 als freiberuflicher Fotoproduzent tätig und verdient sein Geld vor allem mit der Stockfotografie. Als einer der erfolgreichsten Stockfotografen hat er sich auf die Fotografie von Personen spezialisiert und berichtete bereits in seinem Buch „Stockfotografie. Geld verdienen mit eigenen Fotos“ über seinen Beruf. Nebenbei betreibt der Fotoprofi den Blog „Alltag eines Fotoproduzenten“, der inzwischen mehrfach ausgezeichnet wurde.

Unser Fazit

Wer mit seiner Modelfotografie noch am Anfang steht, sollte unbedingt „Die Arbeit mit Models“ lesen. Einen derart großen Überblick zum Thema findet man in der Bücherlandschaft nur selten und Fotografen profitieren hier nicht nur vom umfangreichen Wissen eines Profis, sondern bekommen gleichzeitig auch nützliches Material wie die Modelverträge mit an die Hand. Wer dagegen auf der Suche beispielsweise nach einem speziellen Buch zum Posing ist, wird mit diesem Ratgeber nicht ausreichend versorgt. Hier empfehlen wir Mehmet Eygis „Posen, Posen, Posen“.

8.6

Informationen

80/10

    Qualität der Bilder

    70/10

      Verständlichkeit

      90/10

        Für Anfänger

        100/10

          Preis/Leistung

          90/10

            Vorteile

            • - Große Themenbreite
            • - Vorlagen für Modelverträge im Anhang
            • - Leicht zu verstehen
            • - Gute Aufmachung und anschaulich erklärt

            Nachteile

            • - Teils zu oberflächlich