In 10 Schritten zu besseren FotosIrgendwann ist es an der Zeit mit dem knipsen aufzuhören und mit dem fotografieren anzufangen – egal ob Hobby- oder Berufsfotograf. Hier erklärt der Autor und Fotograf Martin Kleinheinz von “Kleinheinz Pics” wie man seine Fotografie auf das nächste Level bringt.

Heutzutage werden mehr Bilder aufgenommen als jemals zuvor. Wir posten sie in sozialen Netzwerken wie Facebook oder Instagram, teilen sie mit unseren Freunden und verwenden sie in Chats, um unseren Emotionen Ausdruck zu verleihen. Dabei bezeichnen sich jedoch wenige von uns als Fotografen und kaum einer würde sich selbst als professionellen Fotografen bezeichnen.

Weitere Suchbegriffe
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Was aber macht einen professionellen Fotografen aus? Und noch wichtiger, wie kann man die Qualität der eigenen Bilder auf ein professionelles Niveau heben? Die Antwort ist einfach. Man kombiniert zwei Hobbys miteinander! Falls ein Hobbyfotograf eine Leidenschaft für das Kochen hat, sucht er nach „food photography“. Als Sportler nach „sport photography“. Nach „interior photography“ sucht man, wenn das Dekorieren Zuhause einem besonders viel Freude bereitet. Ich habe übrigens absichtlich englische Begriffe verwendet, weil damit mehr Bilder gefunden werden als nur bei einer deutschen Suche. Die Kunst der Fotografie ist international und spricht ihre ganz eigene Sprache, daran sollte man sich anpassen, um möglichst viele Beispiele für die einzelnen Fotografiearten zu finden.

Auf die richtigen Details kommt es an

Portraitfotografie eines Mädchens an einem Tannenbaum

Auch das Model will unterhalten werden. © gekaskr / fotolia.com

Indem man sich beim Fotografieren auf seine Leidenschaft konzentriert, gewinnt man laufend neue Einsichten zu seinem Spezialthema, lernt Gegenstände im Detail kennen und kann sich besser damit identifizieren. Das wiederum spiegelt sich in der Qualität der Bilder wieder. Dank der fortschrittlichen Kameratechnologie können die meisten von uns heutzutage technisch gute Bilder aufnehmen, welche dem professionellen Standard entsprechen. Die einzigen Unterschiede zu einem professionellen Fotografen bestehen in der Qualität der Aufnahmen und in der Anzahl und Regelmäßigkeit der Fotoshootings. Als Profi muss man außerdem dazu in der Lage sein, mit den Bildern eine Geschichte erzählen zu können. Falls das die Absicht ist, spezialisiert man sich am besten auf einen Bereich, welcher von potenziellen Kunden gebucht werden kann. Als Hochzeitsfotograf wird man sicherlich öfter und besser bezahlt, als wenn sich ein Fotograf auf Blumenfotografie spezialisiert hat.

10 Tipps die helfen, bessere Fotos aufzunehmen

Whole grain waffles with berries on blue wooden background

Auf die Details kommt es an. © ehaurylik / fotolia.com

1. Wenn du Menschen fotografierst, verbringe Zeit mit ihnen. Am besten vor, während und nach dem Shooting. Lass dich auf eine Unterhaltung mit dem Model ein und zeig Interesse an dem Menschen vor deiner Linse. Frag das Model nach eigenen Ideen und sorg dafür, dass es sich entspannt. Ohne diesen Menschen vor der Kamera würdest du jetzt nicht fotografieren.

2. Es ist okay viele Bilder aufzunehmen. Es demonstriert dem Model, dass du bereit bist, verschiedene Dinge auszuprobieren. Experimentiere mit anderen Perspektiven, Kompositionen, Lichtverhältnissen und Posen.

3. Lass dich inspirieren. Bilder von anderen Fotografen können gut als Vorlage dienen, aber kopiere diese nicht stumpf.

4. Komm nicht in Versuchung, durch Bildbearbeitungssoftware wie Photoshop die Bilder „interessant“ oder „anders“ aussehen zu lassen. Außer man kann den gewünschten Look nur so erhalten. Schlechte Retusche kann Bilder ruinieren. Deshalb sollten sie bereits so gut wie möglich aus der Kamera kommen.

5. Nimm dir Zeit für ein Shooting. Erwarte nicht direkt beim ersten Mal oder gar jedes Mal sofort gute Bilder. Meistens entstehen gute Bilder durch Herantasten an die Komposition, die Lichtverhältnissen und die Pose. Sei bereit Fehler zu machen und versuche alte Bilder, welche dich nicht zufrieden gestellt haben, ein weiteres Mal in aller Frische aufzunehmen.

6. Verwende dein Smartphone als „Foto Skizze“. Nimm täglich Bilder auf und achte auf die Lichtverhältnisse, die Komposition der Formen und den Hintergrund. Breche die Fotografie in ihre Einzelteile und taste dich langsam an die Details heran, die eine gute Fotografie wirklich ausmachen.

7. Lass dich von allen Arten der Kunst inspirieren. Egal ob Musik, Film, Kleidung, in Museen, Magazinen oder Büchern. Absorbiere alles um dich herum und sei immer offen für neue Looks, die du später in deine Aufnahmen einbauen kannst.

8. Höre dir die Meinung deiner Freunde an und frag sie nach einer Bildkritik. Sei dabei aber objektiv und wiege die Vorschläge ab. Fotografie ist Kunst und daher immer subjektiv. Vielleicht findest du einen Fotografen, dessen Arbeit dir gefällt. Dann kontaktiere ihn. Bitten ihn um eine Bildkritik, sobald du ein ausreichend großes Portfolio zusammengestellt hast.

9. Riskiere etwas und fordere dich selbst heraus. Wer sich immer wieder neuen Herausforderungen stellt und nicht in alten Verhaltensmustern verharrt, erweitert schnell seinen Horizont und verbessert seine Fotografie enorm.

10. Nimm dir pro Woche oder Monat jeweils ein konkretes Thema vor, zu dem du in dieser Zeit Bilder machst. Das können klassische Bereiche wie Portrait, Landschaft oder Architektur sein, oder aber persönliche Themen wie die eigenen Kinder oder der Garten. So zwingt man sich nicht nur selbst, neue Motive auszuprobieren, sondern entdeckt auch ganz schnell faszinierende Details an den neu gewonnenen Motiven.

Über den Autor:

martin-fernando-kleinheinz-hannoverMartin Kleinheinz ist Fotograf aus Hannover. Seine Leidenschaften liegen in der Portrait-, Business- und Hochzeitsfotografie. In seinem Blog veröffentlicht er wöchentlich neue Artikel und News zu Seminaren für Fotografie und Marketing.