Lost Places in Berlin: Der Dachboden eines alten Hotels

Das man für ordentliche Fotos nicht zimperlich sein darf, musste ich in der letzten Zeit öfters erfahren. Für eine gute Aussicht geht es steile Klippen hoch, für eine Froschperspektive tief runter in den Matsch. Dieses Bild zu schießen erforderte ebenfalls eine kleine Herausforderung, denn das verfallene Hotel in Berlin sparrte nicht mit morschen Dielenböden oder aus der Wand ragenden Nägeln.

Vermutlich fällt schnell auf, dass es sich hierbei um eine High Dynamic Range Aufnahme handelt, ein sogenanntes HDR-Foto. Ausschlaggebend dafür sind die großen Helligkeitsunterschiede, die bei einem normal geschossenen Bild meist nicht naturgetreu dargestellt werden können. Ein HDR bietet die Möglichkeit, sowohl dunkle als auch helle Bereiche im Bild so wieder zu geben, dass diese und vor allem die darin enthaltenen Details gut erkennbar sind.

Normalerweise versucht die Kamera, je nach Belichtungsmodi, entweder das gesammte Bild oder bestimmte Teile davon von der Helligkeit her ausgewogen wiederzugeben. Dabei kommen die mittleren Helligkeitswerte zwar gut rüber, doch die Extreme nach oben und unten versinken in tief dunklen oder tief hellen Stellen.

Verschiedene HDR-Programme
HDR-Programme gibt es viele, doch alle liefern unterschiedliche Ergebnisse. Manche können nur drei Aufnahmen miteinander kombinieren, andere sehr viel mehr. Hier möchte ich euch fünf Programme vorstellen, die sich durchaus lohnen ausprobiert zu werden:

1. FDRTools
2. Photomatix 3.0
3. Qtpfsgui
4. Picturenaut 3.0
5. Traumflieger DRI Tool

Bei einer HDR-Aufnahme werden jedoch alle Helligkeitsstufen berücksichtigt. Das gelingt, indem nicht nur ein Bild, sondern gleich drei oder noch mehr geschossen werden, alle mit unterschiedlichen Belichtungszeiten. So hat man hinterher viele Fotos, bei der jedes einzelne eine bestimmte Helligkeitsstufe abdeckt und gut wiedergibt. Mit Hilfe einer Nachbereitung am PC werden diese Bilder zusammengefügt. Das fertige Fotos ist dann ein Puzzle aus den verschiedenen Aufnahmen. Die hellen Bereiche werden von den Aufnahmen genommen, die diese gut ablichten. Das gleiche gilt für die dunklen Stellen.

Manche Kameras unterstützen High Dynamic Range und wandeln die Aufnahmen direkt im Gerät um. Wer das nicht kann, schießt einfach mehrere Aufnahmen vom gleichen Motiv, jedoch mit unterschiedlichen Belichtungsstufen. Rechnet die Kamera also für das gesamte Bild eine Belichtungszeit von 1/200 Sek. aus, bietet es sich an, noch zwei weitere Aufnahmen mit 1/160 Sek. und 1/250 Sek. zu schießen. Besser gelingt es meist, wenn die Zeiten noch weiter auseinander liegen. Aber vorsicht: Das endgültige Bild sieht, je größer die Zeitspanne gewählt wird, immer unnatürlicher aus. Probiert es einfach aus und bekommt ein Gefühl dafür, was euch gefällt.

Noch ein Paar Tipps für HDR-Fotos:

-Benutzt immer ein Stativ! Es gibt nichts Schlimmeres, als wenn ihr euch viel Mühe mit der Komposition gebt und hinterher beim Zusammenfügen der Fotos ein unscharfes Bild bekommt, weil sich die verschiedenen Aufnahmen nicht deckungsgleich übereinander legen lassen. Alternativ kann man natürlich auch einen Sandsack nehmen oder die Kamera auf den Boden stellen, aber sie sollte fest fixiert sein.

-Um die Gefahr von Verwackelungen oder Unschärfen beim Zusammenschneiden noch weiter zu minimieren, bietet sich ein Fernauslöser oder Kabelauslöser an. Schon beim Drücken des Auslösers an der Kamera bewegt sich das Gerät leicht, das gilt es zu verhindern. Ist kein Fernauslöser zur Hand, tut es der Selbstauslöser natürlich auch.

-Wendet die HDR-Technik nur an, wenn es das Motiv her gibt – also dann, wenn es große dunkle und große helle Bereiche im Bild gibt, die ihr detailgetreu wiedergeben wollt. Ansonsten würde ich davon abraten, denn den meisten Aufnahmen sieht man die Bearbeitung an.

Zur besseren Veranschaulichung seht ihr hier, was ich mit den verschiedenen Belichtungen meine. Aus diesen drei Fotos lässt sich ein HDR-Bild zusammensetzen:

HDR-Aufnahme 1HDR-Aufnahme 2HDR-Aufnahme 3

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